Bernd´s Dezembertour 2018 - ein unvergesslicher Trip

25.01.2019 08:53

Am Donnerstag, 29.11. hatten wir unsere jährliche Weihnachtsfeier in den Produktionsräumen der Fa. Cockbaits mit allen Mitarbeitern und deren Familie. Mein Wohnmobil war schon gepackt, da ich direkt im Anschluss in den Süden aufbrechen wollte. So hab ich mich dann auch recht zeitig verabschiedet, um noch ein paar hundert Kilometer abzureissen, bevor mir die Äuglein zufallen würden, Kurz hinter Lion hab ich mich dann doch erstmal hingelegt. Ausgeschlafen ging es dann weiter zum anvisierten ca. 300 Ha grossen Stausee im Süden Frankreichs. Diesen erreichte ich dann am Freitag nachmittag. Dort traf ich dann Niko, einen russisch stämmigen Karpfenangler aus der Nähe von Cannes, den ich im Vorjahr bereits kennengelernt hatte. Ich entschied mich, ca. 400 Meter von Niko im flachen Teil des Sees zu fischen, da der Wasserstand für diese Jahreszeit ungewöhnlich hoch war. Da ich selbst wegen Müdigkeit keine Ruten mehr ins Wasser bringen wollte, hab ich noch etwas mit Niko gequatscht und ihm ein paar Kilo der neuen N`Sectuss Boilies als "Begrüßungsgeschenk" dagelassen.

Danach hab ich mich erstmal abgelegt. Gegen frühen morgen hat mich Niko dann geweckt. Er hatte am Abend noch eine Rute mit den neuen Boilies bestückt und ca. ein Kilo davon großzügig drum rum verteilt. Nun stand er breit grinsend vor mir und berichtete vom Fang eines über 30 Kg schweren Fisches eben auf dieser Rute. Leck mich am Arsch, wahrscheinlich der erste 30 Kg Fisch auf die neuen N´Sectuss. Geil.

Nun extrem motiviert hab ich dann erstmal meine Lotrute ausgepackt, da am See keine Boote erlaubt sind und ich somit von meinem Echolot keinen Gebrauch machen konnte. Nach kurzer Loterei entschied ich mich für 4 weit auseinander liegende Futterplätze, alle in ca. 60 Meter Entfernung. Dies hat den Vorteil, daß ich sowohl Marker- als auch Spombrute für alle Plätze auf die gleiche Entfernung im Clip eingestellt lassen kann. Um die genaue Stelle immer wieder auf den Meter genau anwerfen zu können, merke ich mir Haltepunkte am gegenüber liegenden Ufer. Die Distanz bekomme ich mittels Markersticks, zählen der Rutenlängen und anschliessendem einclippen der Schnur am Spulenclip hin.


Ich habe mich bereits im Vorfeld für die neuen N`Sectuss als Köder entschieden, da es auf Grund ihrer erst kürzlich erfolgten Markteinführung noch recht wenig Feed Backs über diese Köder gab, und ich mir natürlich selbst im Praxistest ein sehr genaues Bild von meinen neuen Boilies machen will. Theorie ist die eine Sache, Praxis manchmal die andere. Ich habe 40 Kg Freezer (20 Kg 14mm Dumbles, 10 Kg 7mm und 10 Kg 20mm), sowie 60 weitere Kg als shelf life Baits in 17mm und 20mm mit dabei. Ebenfalls an Bord einige Prototyp Flaschen des bald erhältlichen N`Sectuss Liquids.



Ich bestückte nun alle Ruten mit N`Sectuss als Snowman. Pro Rute hab ich dann ca. 2 Kg in gemischten Größen mittels Spomb und Wurfrohr gefüttert. Für meine Verhältnisse nicht sehr viel, da die Wassertemperatur mit 9 Grad nicht unbedingt auf sehr hohe Fischaktivitäten hoffen ließ. Bis zum abend passierte dann auch erstmal nichts. Gegen 18 Uhr dann aber der Erste. Mit um die 10 Kg zwar kein Riese, aber mal ein Anfang. Bis zum frühen morgen konnte ich noch 4 weitere Fische fangen, der größte hatte immerhin 21,6 Kg.

Nicht wirklich schlecht für diesen See, den ich eher als schwierig einstufe. Tagsüber ging dann wieder nichts. Natürlich hab ich pro Rute wieder ca. 2 Kg nachgefüttert. Dies wurde in der folgenden Nacht auch mit einem Fisch von 24,8 Kg belohnt.

Leider darf ich hier nur von Freitags bis Montags nachts angeln, und da die Fische hier im Moment scheinbar nur nachts fressen, blieben die Tage bis zum nächsten Wochenende leider fischlos. Nichts desto trotz fütterte ich täglich meine obligatorischen 2 Kg pro Rute, in der Hoffnung, daß das Futter nachts gefressen würde. Ich sollte Recht behalten.

Die nacht von Freitag auf Samstag bescherte mir neben einer kapitalen Schleie und einem Wels um einen Meter auch zwei gute Karpfen mit 23 und 23,5 Kg

Heute nacht war dann leider bis auf einen kleinen Wels nichts zu holen. Aber ich hab ja noch ein wenig Zeit.

Reglement am See:
4 Ruten
Nachtfischen nur von Freitag bis Montag (wird häufig kontrolliert)
keine Boote
Bivvy nur von Freitag 12 Uhr bis Montag 12 Uhr

mein Set Up:
2 Fox Stalker Pods
alte AKN, 13 Fuss
Daiwa Emblem 5500Z
DelkimRX
Maxima Green Treazure, 0,40mm
2 Rutenlängen Schlagschnur Hemingway Dyneema 0,35
danach ca. 80 cm 49er Fluorocarbon (Maxima), auf welcher Inlineblei 4 oz, Flatpear montiert ist.
Vorfach 0,40mm Nylon (inkl. Haar), ca. 15-18cm mit 6er oder 4er Korda Kurv Shank, handgeschärft.

to be continued.............

Part 2

Sonntag morgen hab ich trotz allem je Rute die obligatorischen 2 Kilo N´Sectuss Boilies gefüttert. Man muss gönne könne. Die Ruten alle bestückt mit einem 20mm N`Sectuss und einem 12mm bzw. 16mm weißem Peanut Poppi als Snowman.

Die Rod Pods so ausgerichtet, daß die Rutenspitzen unter Wasser fast den Boden berührten. Die leichten Hänger senkrecht runterhängend, zeigen sie jede Bewegung wie z.B. Schnurschwimmer sicher an. Aber auch Drop Backs bekomme ich so mit, da der Wasserwiderstand des sich bildenden Schnurbogens bei auf mich zukommder Fische den leichten Hänger anheben und dem Bissanzeiger entsprechende Töne entlocken. Schlaffe Schnüre sind für mich sehr wichtig, da Fische bei Berührung mit dieser das eher für eine Berührung mit Kraut etc. halten. In stark befischten Gewässern mag dies den Unterschied ausmachen.

Nun brach die Nacht zu Montag an. Gegen 19 Uhr dann der erste Biss: ein kleiner Spiegler um die 12 Kg. Dann die nächste Rute: Dauerton über eine Minute, ich war noch mit dem "Kleinen" beschäftigt. Dieser Biss stellte sich als Wallerbiss heraus, welchen ich nach kurzem Drill durch Vorfachbruch leider verlor. Das ist ein Problem mit Nylonvorfächern, aber ich bin ja nicht zum Wallerfischen hier.
Beide Ruten wieder neu beködert, zusätzlich mit ein paar Boilies im PVA Netz versehen. Dies mache ich Nachts ganz gerne, da ich den Flug der Montage ja nicht verfolgen kann und die PVA Beigabe Verhedderungen unwahrscheinlicher macht.
Auch können ein paar Extra Köder in Hakennähe nicht schaden. Keine Stunde später meldete sich die Ruten an welcher ich zuvor den "Kleinen" hatte. Nach gefühlt halbstündigem Drill schlossen sich die Keschermaschen um meinen neuen P.B.

Die Waage zeigte am Wiegestock zitternd aber beständig über 35 Kg. Aber ich wollte es ganz genau wissen, Also rüber zu Niko, wachgemacht und gemeinsam gewogen. Tatsächlich, knapp über 35 Kg und 1,11 Meter lang. Niko kannte diesen Fisch nicht und ist sich sicher, daß dies Seerekord ist.



Am nächsten morgen dann die Fotosession, meine Arme schmerzen noch immer.
Montag ging tagsüber natürlich nichts, abends hab ich dann alles eingepackt und bin am Dienstag morgen ein wenig in der Gegend herumgefahren, hab Einkäufe gemacht, Abwasser- und Fäkalientank entlehrt und Frischwasser aufgenommen. Abends dann zurück und gefüttert. (2 Kilo pro Rute). Jetzt heißt es warten auf Freitag......
An dieser Stelle meinen herzlichen Dank für all die vielen lieben Glückwünsche zu meinem neuen P.B.
to be continued...............

Part 3

Als ich letzte Woche den Part 2 mit „to be continued....“ beendet habe, war ich mir alles andere als sicher, ob es überhaupt eine berichtenswerte Fortsetzung geben würde. Zumal die Wassertemperatur auf 7 Grad gesunken war. Da tagsüber bisher noch nie was gebissen hatte, hab ich dann auch in der Woche nicht mehr gefischt, nur ein wenig meine 4 Spods gefüttert (je Spod ca. 1 Kg N`Sectuss, gemischte Größen) So kehrte an den Plätzen dann Ruhe ein, und ich erhoffte mir für das Wochenende noch den einen oder anderen Fisch.
Die Nacht von Freitag auf Samstag startete dann auch mal so richtig:
Gegen 3 Uhr fing ich einen 65 Pfd. schweren Spiegler,

3 Stunden später, auf die gleiche Rute einen weiteren mit 59 Pfund.

Auch Niko fischte wieder ein paar hundert Meter von mir entfernt und fing in dieser Nacht seinen neuen PB, einen Spiegler mit 70 Pfund. Dieser Fisch war nicht mein 70er von der Woche zuvor.

Die nächsten beiden Nächte brachten mir nur einige kleine Fische sowie ein paar Welse.
Die darauffolgende Woche hab ich wieder nicht gefischt, nur etwas gefüttert. Ab Freitag Nacht gings dann wieder los. Zuerst ein kleiner Fisch, 2 Stunden später auf gleicher Rute 29,8 Kg.

Tagsüber wieder nichts, Samstag Nacht dann 25,2 Kg Und 26,2 Kg.
 

Die letzte Nacht brachte nur noch einen kleinen Karpfen sowie einen ca. 1,70m großen Wels.
Sehr zufrieden bin ich dann am Montag bei 20 Grad und Sonnenschein (auch im Herzen) in Richtung Heimat aufgebrochen. Eine unvergessliche Wintertour liegt nun hinter mir, aber ich freue mich schon auf das Frühjahr. Dann geht es für 14 Tage an den Lac du Der.